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Heftthema / Topic


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Kosteneffektivität des Einsatzes von Studienschwestern in der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz Ein systematisches Review


Herz 35 (2010) Heft 4 / Number 4


Kosteneffektivität des Einsatzes von Studienschwestern in der Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz Ein systematisches Review

J. Biermann1,2, S. Mostardt1, T. Neumann2, R. Erbel2, J. Wasem1, A. Neumann1 in Kooperation mit dem Kompetenznetz Herzinsuffizienz

1 Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg.Essen, Campus Essen
2 Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Essen

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Die chronische Herzinsuffizienz ist derzeit eine der häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen. Charakteristisch für die Herzinsuffizienz sind eine hohe Morbidität und Letalität. Deshalb werden zunehmend neue Behandlungs- und Betreuungsprogramme für Herzinsuffizienzpatienten konzipiert. Die Betreuung der Patienten durch speziell geschulte Krankenschwestern (Studienschwestern) stellt dabei ein häufiges neues Verfahren dar. Das vorliegende Review gibt eine systematische Übersicht über die Kosteneffektivität neuer Behandlungskonzepte mit Studienschwestern im Vergleich zur konventionellen Versorgung bei Herzinsuffizienz.
Methodik: Eine systematische Literaturrecherche in MEDLINE wurde für den Zeitraum von 1995 bis April 2008 durchgeführt. Die Literaturselektion wurde anhand von a priori definierten Ein- und Ausschlusskriterien vorgenommen. Eingeschlossen wurden ökonomische Evaluationen auf Grundlage randomisierter, kontrollierter Studien mit einer Studiendauer von mindestens 6 Monaten, welche in englischer oder deutscher Sprache publiziert wurden. Es erfolgten eine Extraktion der relevanten Daten sowie eine qualitative Informationssynthese.
Ergebnisse: Auf Grundlage der systematischen Literaturrecherche und -selektion wurden 13 relevante Publikationen eingeschlossen. Bei fünf von neun Publikationen, die die Anzahl der Rehospitalisierungen jeglicher Ursache berichteten, zeigte sich eine statistisch signifikante Reduktion sowie bei zwei von zwölf Publikationen, die die Mortalität berichteten, eine statistisch signifikante Verringerung zugunsten der Interventionsgruppe. Bei zwölf von 13 Publikationen wurden die Kosten und Effekte der beiden Behandlungsgruppen nur getrennt voneinander berichtet. Bei den fünf von neun Publikationen mit signifikanter Reduktion der Rehospitalisierungen konnte eine eigene Berechnung der inkrementellen Kosten-Effektivitäts-Relationen (ICERs) auf Basis der Kosten- und Effektdaten durchgeführt werden. Es ergab sich eine ICER von Kosten in Hohe von 490 Euro bis zu Einsparungen in Höhe von 7 330 Euro je verhinderte Rehospitalisierung.
Schlussfolgerung: Das systematische Review zeigt für den internationalen Kontext einen Trend, dass die Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz durch Studienschwestern kosteneffektiv ist. Für den deutschen Kontext liegen diesbezüglich bislang keine Daten vor.

Korrespondenzadresse
Janine Biermann, MA
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement
Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Schützenbahn 70, 45127 Essen
Janine.Biermann@medman.uni.due.de