| Herz 32 (2007) Heft 8 / Number 8 |
Biomarker bei inflammatorischer und nichtinflammatorischer Kardiomyopathie
Michel Noutsias, Sabine Pankuweit, Bernhard Maisch1
1 Department of Internal Medicine – Cardiology, University Hospital of Marburg and Gießen/UKGM GmbH, Faculty of Medicine, Philipps University of Marburg, Germany.
Zusammenfassung
Die akute Myokarditis (AMC) und ihre Folgeerkrankung, die dilatative Kardiomyopathie (DCM), werden in der westlichen Welt am häufigsten durch kardiotrope Viren hervorgerufen. Die inflammatorische Kardiomyopathie (DCMi) ist eine spezifische Kardiomyopathieentität, definiert durch den Nachweis einer Herzmuskelentzündung und/oder einer Virusinfektion in Endomyokardbiopsien (EMBs). Diagnostische Untersuchungen an EMBs sind unabdingbar für die ätiopathogenetische Differenzierung der Erkrankung. Die Komplikationsrate der EMBs ist in erfahrenen Zentren sehr gering. Die histologischen Dallas-Kriterien unterliegen einem erheblichen Probefehler und einer Interobservervariabilität, haben keine prognostische Aussagekraft und taugen vor allem nicht zur Auswahl geeigneter AMC-/DCMi-Patienten für die Immunsuppression. Die immunhistologische Diagnostik der DCMi und der molekularbiologische Nachweis von Virusgenomen haben eine nachgewiesene prognostische Bedeutung bei AMC- und DCM-Patienten. Dieses zeitgemäße und umfassende diagnostische Repertoire an EMBs ist für die Selektion von DCMi-Patienten wichtig, die wahrscheinlich von einem immunmodulatorischen Regime profitieren, wie in randomisierten Studien bereits gezeigt. Die kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) hat sich in der vergangenen Dekade als ein wichtiges nichtinvasives diagnostisches Verfahren für die sensitive Detektion und Lokalisation der Entzündungsreaktion im Myokard entwickelt. Entsprechende Richtlinien sind bereits erarbeitet worden. Late Gadolinium-Enhancement (LGE) ist mit einer schlechteren Prognose von DCM-Patienten assoziiert. CMR kann jedoch nicht spezifisch die myokardialen Virusinfektionen darstellen. Bislang hat keiner der bekannten kardialen Biomarker eine Differenzierung zwischen DCMi und nichtinflammatorischen Kardiomyopathien ermöglicht.
Korrespondenzanschrift:
PD Dr. Michel Noutsias, FESC
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