BNK-Beiträge:



Heftthema / Topic


Editorial Biomarker and no end to it?

Biomarker bei Herzinsuffizienz – besser als Anamnese oder Echokardiographie?

Biomarker bei chronischer Herzinsuffizienz. Diagnostische, prognostische und therapeutische Herausforderungen

Growth Differentiation Factor-15: ein neuer kardiovaskulärer Biomarker

Troponine und hochsensitive Troponine als Nekrosemarker bei KHK und Herzinsuffizienz

CRP bei kardiovaskulären Erkrankungen

Biomarker bei inflammatorischer und nichtinflammatorischer Kardiomyopathie

Differenzierung von malignen und nichtmalignen, inflammatorischen Perikardergüssen mit Biomarkern

Wertigkeit des Biomarkers BNP bei HIV-infizierten Patienten

Transfemorale Aortenklappenimplantation bei einer Patientin mit mechanischem Mitralklappenersatz


Herz 32 (2007) Heft 8 / Number 8


Wertigkeit des Biomarkers BNP bei HIV-infizierten Patienten

Till Neumann1, Nico Reinsch1, Kathrin Neuhaus1, Norbert Brockmeyer2, Anja Potthoff2, Stefan Esser3, Martin Hower4, Anja Neumann5, Sarah Mostardt5, Götz Gelbrich6, Raimund Erbel1 für die HIV-HEART-Studie sowie die Kompetenznetze Herzinsuffizienz und HIV/AIDS

1 Klinik für Kardiologie, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Essen,
2 Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum,
3 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Universitätsklinikum Essen,
4 Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Infektiologie, Klinikum Dortmund,
5 Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen,
6 Zentrum für klinische Studien Leipzig (ZKS), Universität Leipzig.

Zusammenfassung
Hintergrund und Fragestellung
HIV-infizierte Personen stellen aufgrund des zunehmenden Lebensalters, eines erhöhten kardialen Risikoprofils sowie metabolischer Medikamenteneffekte eine Gruppe von Patienten mit erhöhtem Risiko für das Auftreten kardialer Erkrankungen dar. Die vorliegende Studie untersucht die Wertigkeit des Biomarkers B-Typ-natriuretisches Peptid (BNP) hinsichtlich kardialer Erkrankungen bei HIV-infizierten Patienten.
Patienten und Methodik
Die vorliegenden Auswertungen basieren auf den Daten der HIV-HEART-Studie. Der Patienteneinschluss in die prospektive, multizentrische Studie erfolgte über einen Zeitraum von 20 Monaten. Die Bestimmung der BNP-Konzentration wurde unmittelbar bei Studieneinschluss mittels Bedside-Testing vorgenommen.
Ergebnisse
In die Studie wurden 802 Patienten (83,4% Männer; Alter: 44,2 ± 10,3 Jahre) eingeschlossen. Die BNP-Konzentration (Median 11,3 pg/ml; BNP <= 100 pg/ml: 96,2%) korrelierte bei Patienten mit echokardiographischen Parametern einschließlich des rechtsventrikulären Durchmessers (p = 0,02) und des systolischen Pulmonalarteriendrucks (p = 0,01). Patienten mit einer BNP-Konzentration > 50 pg/ml wiesen signifikant häufiger eine kardiale Insuffizienz (p < 0,001), eine Kardiomyopathie (p < 0,001) oder eine koronare Herzerkrankung (p < 0,001) auf.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse weisen auf eine hohe Bedeutung von BNP zur Erkennung kardialer Manifestationen bei HIV-infizierten Patienten hin. BNP kann damit zur Detektion einer kardialen Miterkrankung im Rahmen von Screeningprogrammen beitragen.

Korrespondenzanschrift
PD Dr. Till Neumann, FESC
Westdeutsches Herzzentrum Essen
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
45122 Essen
Telefon (+49/201) 723-4806
Fax -5488
E-Mail: till.neumann@uk-essen.de